Informationen zur Hansestadt Stralsund



 


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Rathaus     Stadtmauer     Marienkirche     Nikolaikirche     Heilgeistkloster    Katharinenkloster

Sehenswertes

gibt es in Stralsund mehr als genug. Doch Vorsicht, Stralsund ist keine Ansammlung von vielen Sehenswürdigkeiten, nein, die Stadt an sich ist die Sehenswürdigkeit. Während sich andere Städte langsam von einem Punkt nach außen entwickelten, Straßen entstanden, verändert wurden und wieder abgerissen wurden, um anschließend wieder ganz woanders zu entstehen; war in Stralsund von Anfang an klar, wie die Struktur der Stadt aussehen wird. Es gab von Anfang an Bauvorschriften und geordnete Parzellenmaße. So war zum Beispiel jedes Grundstück genau 9 Meter breit und zwischen den Häusern musste eine Brandmauer vorhanden sein. Alle Straßen und Gassen auf denen wir heute gehen sind die gleichen, auf denen vor über 700 Jahren unsere Vorfahren wandelten. In all den Jahrhunderten hat man Häuser gebaut und wieder abgerissen, Grundstücke zusammengefasst und geteilt, aber die Straßen und Plätze wurden nie verändert. Man sollte die Stadt also immer als Gesamtkunstwerk betrachten, das zusammen gealtert ist und sich an einigen Stellen doch weiterentwickelt hat.

Trotzdem sollen hier einige herausragende Gebäude der Altstadt genannt werden, was aber natürlich noch lange, lange nicht alles ist, das in Stralsund zu entdecken ist.

 

Rathaus

Das Stralsunder Rathaus, eines der schönsten Bauten norddeutscher Backsteingotik, entstand nach dem großen Stadtbrand von 1271 im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt. Das erste Mal 1278 erwähnt, war es zugleich Kaufhaus (Kophus), Sitz des Rates und Gerichtsaal. Der Gewölbekeller wurde als Tuchhalle genutzt und im Erdgeschoss befanden sich etliche Verkaufsbuden. Besonders bemerkenswert sind der Löwensche Saal und die Achtmannskammer im Inneren. Der dänische König Erik Menved besiegte Anfang des 14.Jahrhunderts die Städte Lübeck, Wismar und Rostock und belagerte auch Stralsund, allerdings erfolglos. Dabei wurden einige dänische Fürsten gefangen genommen. Von dem Lösegeld wurde 1312 als weithin sichtbares Symbol der Macht der prächtige Schaugiebel gebaut. Als Zeichen guter Handelsbeziehungen sind die Wappen der wichtigsten Hansestädte  Hamburg, Wismar, Lübeck, Greifswald, Stralsund und Rostock über den großen Fenstern an der Nordseite angebracht worden. Ein weiteres Mal schrieb das Stralsunder Rathaus Geschichte, als nach zehnjährigem Krieg der Hanse gegen den dänischen König Waldemar IV am 24.Mai 1370 der Sieg der Hanse mit dem "Frieden zu Stralsund" besiegelt werden konnte. Wichtigster Umbau war der Einbau der Galerie in den Rathausgang im 17.Jhd. In den letzten 10 Jahren ist das Rathaus aufwändig saniert und restauriert worden.

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Stadtmauer 

Die heute noch erhaltenen gut 2km der Stadtmauer sind die Reste einer einst mächtigen und unüberwindlichen Verteidigungsanlage. Ursprünglich war die Stadt durch einen Palisadenzaun aus Holz geschützt. Nach dem verheerenden Überfall der Lübecker im Jahre 1249 wurde mit dem Bau einer richtigen Mauer aus Backsteinen begonnen. Vor der erhaltenen inneren Mauer befanden sich die noch heute in ihrer Form gut erkennbaren Bastionen und teilweise eine zusätzliche Außenmauer. Außerdem ist die Stadt durch den Strelasund, den Frankenteich und den Knieperteich komplett von Wasser umgeben und nur über schmale Dämme zu erreichen gewesen. Die Preußen hoben 1873 den Festungscharakter der Stadt auf und begannen mit dem Abtragen der Stadtmauer und der meisten Stadttore um Platz für dringend benötigten Wohnraum und öffentliche Gebäude zu schaffen. Besonders die Seeseite und die Frankenseite haben das zu spüren gekommen.

Die größten erhaltenen Teile der Mauer am Knieperwall und am Fährwall sind gerade restauriert worden. Kleinere Fragmente findet man auch noch am Frankenwall und Reste vom Frankenkronwerk an der Heilgeistkirche.

 

 

 

 

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Marienkirche

Die Marienkirche wurde 1298 das erste Mal in der Geschichtsschreibung erwähnt. Auf Grund des schlecht befestigten Untergrundes stürzte im Jahr 1382 oder 1384 der Turm  ein und zerstörte fast die gesamte Kirche. Sofort begann der Wiederaufbau des Hallenschiffes. 1416 wurde mit dem Bau des mächtigen Westwerks und dem neuen Turm begonnen, diesmal gegründet auf einem 14 m tiefen Eichenrost.  Der Bau des Turmes dauerte bis 1464, dann konnten die Glocken das erste Mal erklingen. Das erste, noch spitz zulaufende Turmdach entstand zwischen  1475 und 1478 und reichte stolz bis in eine Höhe von 151 m. Im Jahr 1647 traf der Blitz die Turmspitze und zerstörte sie völlig. Ab 1708 wurde der heutige barocke Helm gebaut, der 104 m über der Stadt aufragt.  

Im Inneren der Kirche kann man das größte Werk des berühmten Lübecker Orgelbaumeister Friedrich Stellwagen bewundern und ihrem herrlichen Klang lauschen. Zwischen 1653 und 1659 erbaut, ist sie heute die letzte der großen Orgeln in Norddeutschland.

Ein traumhafter Blick über die Stadt, den Strelasund und die Insel Rügen bietet sich jedem, der den Aufstieg über die 366 Stufen des Turmes  wagt.

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Nikolaikirche

Die Nikolaikirche am Alten Markt, benannt nach dem Heiligen Nicolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer; bildet zusammen mit dem Rathaus eine architektonische Einheit die einmalig ist. Die Ursprünge der Kirche gehen auf das Jahr 1276 zurück. Damit ist sie die älteste der großen Stralsunder Pfarrkirchen. Durch die unmittelbare Nähe zum Rathaus war sie gleichzeitig die Hauptkirche der Stadt. In St. Nicolai wurden Gesetze verlesen und verabschiedet. Seefahrer und Handelsreisende beteten in der Nikolaikirche für eine glückliche Heimkehr und für gute Geschäfte. Dementsprechend reich ist die Kirche im Inneren ausgestattet. Während der Reformationszeit ist zwar einiges zerstört worden, aber vieles wurde auch durch besonnene Bürger gerettet. Besonders hervorzuheben sind so wertvolle Stücke wie die astronomische Uhr, der Bergenfahreraltar oder das Nowgorodfahrergestühl. Die Türme der Kirche waren, genau wie der Turm der Marienkirche, mit einem spitzen Dach versehen. Bei einem Brand der Jacobikirche im Jahr 1662 schlugen die Flammen auch zur Nikolaikirche herüber und zerstörten die beiden Dächer. Fünf Jahre danach bekam der Südturm seinen heutigen barocken Helm. Für den Nordturm reichte das Geld nicht mehr und so wurde er mit dem noch heute vorhandenen Notdach versehen.

In der Kirche begannen schon vor 20 Jahren umfangreiche Restaurierungen, die heute fast zum Abschluss gekommen sind. Was dort an Schätzen und Malereien zum Vorschein gekommen ist, sollte man sich unbedingt ansehen.

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Heilgeistkloster

Das Kloster zum Heiligen Geist ist das älteste erwähnte Hospital der Stadt. Im Jahre 1256 lag es allerdings noch etwas näher am Zentrum der Stadt, an der Heilgeiststraße. Es wurde gegründet um Alten und Bedürftigen ein billiges Dach über dem Kopf zu bieten. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde es an den heutigen Standort in der Wasserstrasse verlagert.  In seiner Geschichte wurde das Kloster mehrfach durch Kanonenbeschuss und Belagerung zerstört und immer wieder aufgebaut. Daran erinnert auch das an der Außenseite angebrachte Sandsteinrelief: „Anno 1628 / Von der Feinde Geschütz gantz verdorben / Widerum new erbawet / Anno 1647“  Zu Zeiten der DDR war das Kloster total heruntergekommen und war dem Abriss nahe. Inzwischen ist es umfassend restauriert worden und zählt heute zu den schönsten Plätzen Stralsunds. Durch seine Abgeschlossenheit vom Rest der Stadt und durch die direkte Nähe der Heilgeistkirche, aus der sehr oft auch Orgelklänge zu hören sind, hat das Kloster etwas ganz Besonderes. Neben den kleinen farbenfrohen Fachwerkhäuschen ist besonders eine Galerie aus dem 17.Jahrhundert hervorzuheben, die der im Rathausgang sehr ähnlich ist.

 

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Katharinenkloster

Das Katharinenkloster wurde im 13.Jahrhundert von den Dominikanern erbaut. Während der Reformation fiel auch dieses Kloster den Bilderstürmern zum Opfer. Die Dominikaner verließen die Stadt daraufhin für immer. Die Katharinenkirche kam in städtischen Besitz und wurde als Waisenhaus und als Lagerhalle missbraucht. Während der Schwedenzeit, ab 1678 wurde dann das Zeughaus der Königlich Schwedischen Regierung dort eingerichtet.

Seit 1924 beheimatet das Kloster das älteste Museum Mecklenburg Vorpommern, das Kulturhistorische Museum. Es ist unglaublich, welche Zeugnisse der Stadtgeschichte das Museum in mühevoller Kleinarbeit zusammen getragen hat und dort ausstellt. Eines der wohl wichtigsten Exponate ist zweifellos der berühmte Hiddenseer Goldschmuck. Das Kulturhistorische Museum steht dem seit den 50er Jahren dort ebenfalls beheimateten, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten „Deutschen Museum für Meereskunde und Fischerei“, schlicht „Meeresmuseum“ genannt, in nichts nach. Um das Meeresmuseum hier zu beschreiben, dafür reicht dieser kurze Artikel nicht aus, nur soviel: Das Meeresmuseum ist eines der meistbesuchten Museen Deutschlands und ein unbedingtes Muss für jeden Stralsundbesucher. Aber bitte, wenn Sie diese Museen besuchen, vergessen Sie nicht, auch mal einen Blick auf die Klostergewölbe zu werfen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

 


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