ist einer der schönsten Plätze der Hansestadt. Im
nördlicheren Teil, von der Seestraße aus leicht zu erreichen, erstreckt sich
weit in den Strelasund hinein, die Nordmole. Seit Jahrzehnten besonders bei
Spaziergängern und Anglern beliebt, stellt sie zusammen mit den daran
befindlichen Bootsanlegern gleichzeitig den Sportboothafen dar. Von der Mole
eröffnet sich der Blick auf den Passagierhafen, die Hafeninsel und die gewaltige
Kulisse der Stadt.
Die Hafeninsel wurde im 18. und 19.Jhd. künstlich
aufgeschüttet, weil der Platz in der Stadt einfach nicht mehr ausreichte für
Werften, Speicher und das aufstrebende Gewerbe der Hansestadt. Durch Querkanal
und Langenkanal von der übrigen Stadt getrennt, findet sich dort ein ganz
eigenes maritimes Flair. Alle großen Speicher der Stadt stehen hier. Besonders
hervorzuheben ist hier der einzigartige Türmchenspeicher mit seinen vielen
verspielten Verzierungen.
Genau gegenüber liegt die
"Gorch Fock"
! Und zwar nicht diejenige, die zur Ausbildung der Bundesmarine genutzt wir, das
ist nur ein Nachbau der echten, sondern das Original !
Hunderte deutsche Seeleute erlernten ihr Handwerk
auf dem stolzen Schulschiff der deutschen Kriegsmarine, bevor es gegen Ende des
zweiten Weltkrieges von ihrer Besatzung in der Nähe der Stadt im Strelasund
versenkt wurde. In einer ingenieurtechnischen Meisterleistung wurde es dann
später gehoben, in Wismar repariert und von der damaligen russischen
Besatzungsmacht als Reparationsleistung beschlagnahmt und außer Landes gebracht.
In der Sowjetunion fuhr es jahrelang unter dem Namen "Towarischtsch", bis es
dann nach dem Zusammenbruch der UDSSR in ukrainischen Besitz kam, und durch
ständige Geldnot der Eigner soweit vergammelte, bis es fahruntüchtig war. Wir
sind sehr, sehr glücklich darüber, dass es einigen wenigen echten Enthusiasten,
allen voran Herr Peer Schmidt Walter, gelungen ist, das Schiff wieder in
deutschen Besitz, und in seinen ursprünglichen Heimathafen zurück zu bringen.
Nach insgesamt drei Jahren Bauzeit wurde nun auch
endlich im Juli 2008 Norddeutschlands größter Museumsneubau der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. Auf insgesamt 8700 m² kann der Besucher in den riesigen
Unterwasserwelten die Flora und Fauna der Weltmeere hautnah erleben. Insgesamt
39 Aquarien, von denen das Größte allein 2,6 Mio Liter Wasser fasst, erwarten
die Besucher. Die Reise geht über die Gewässer der Ost- und Nordsee bis hinein
ins eisige Polarmeer.
Besonders bemerkenswert ist auch die Ausstellung "1:1 - Riesen der Meere". In
einer riesigen Halle schweben lebensgroße Nachbildungen der verschiedensten Wale
und vermitteln eindrucksvoll die imposanten Dimensionen dieser einzigartigen
Tiere.
Der Bau des 60 Mio € teuren architektonischen
Highlights war bis zuletzt mit unendlichen technischen und finanziellen
Schwierigkeiten verbunden. Die Eröffnung ist deshalb umso höher zu bewerten.
Achso, bevor ich es vergesse: Einige Touristen
glauben wirklich, dass im Ozeaneum lebende Großwale gehalten werden. Dem ist
natürlich nicht so. Man stelle sich einmal diese unglaubliche Tierquälerei vor,
ein 20m langes Tier in einem Becken zu halten. Das Meeresmuseum hat sich dem
Schutz der Wale verschrieben und deshalb wird es dort so etwas auch in Zukunft
niemals geben. Das Meer hat sehr viel mehr zu bieten als die Wale und darum gibt
es auch ohne lebende Blauwale noch genug im Ozeaneum zu entdecken.
Pottwal im
Kampf mit einem Riesentintenfisch - Nachbildung in Lebensgröße im Ozeaneum
Die Hafeninsel beherbergt aber auch einige sehr
schöne Restaurants und Cafés, alle mit wunderschönem Ausblick, sowie Geschäfte,
die besonders für Wassersportler interessant sein dürften.
gemütliches
Restaurant im Hafen mit Blick auf die Nikolaikirche
Im Süden schließt sich dann der Teil des Hafens
an, in dem "richtige" Schiffe be- und entladen werden. Sicherlich, von der Größe
her, nicht mit Rotterdam oder Shanghai vergleichbar, ist es aber doch
interessant, dem Treiben im Hafen zuzuschauen.