besteht
eigentlich aus dem Teil der Stadt, der schon bei der Stadtgründung 1234
vorhanden war, und aus der so genannten Neustadt, die bereits 22 Jahre später
das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Die ältesten Straßen findet man rings um
den Alten Markt, so zum Beispiel die Knieperstraße, die Fährstraße und die
Schillstraße. Der Alte Markt zeugt zusammen mit dem fantastischen Schaugiebel
des Rathauses und der traumhaften Kulisse der ältesten Stralsunder Kirche,
St.Nikolai, so wie kein zweiter Ort in Stralsund, vom einstigen Reichtum und
Einfluss der Stralsunder Kaufleute.
Besucher der Stadt sollten, meiner Meinung nach,
unbedingt durch das Kniepertor die Altstadt betreten. Schon der kurze Gang durch
die sich anschließende Knieperstraße eröffnet den Blick auf das Rathaus, beim
Betreten des Alten Marktes stockt manchem Besucher der Atem. Es ist für einen
Stralsunder manchmal lustig anzuschauen, wie viele Besucher der Stadt mit
offenem Mund dastehen und unwillkürlich nach ihrer Kamera suchen. Aber selbst
Stralsunder wie ich verweilen oft dort und bewundern diesen Anblick. Jeder
dieser Steine atmet Geschichte. Dieser Platz hat alles gesehen was die Historie
zu bieten hat, berühmte Bürgermeister wie Bertram Wulflam und Karsten Sarnow;
Piraten wie Klaus Störtebecker; dänische und schwedische Könige; Napoleons
Truppen, die Schweden, die Preußen, die Nazis, die Russen; Hochzeiten und
Hinrichtungen. Selbst der amerikanische Präsident George W. Bush kam nicht an
Stralsund vorbei.
Beim Durchschreiten der Rathauspassage sollte man
unbedingt nach links vom Weg abkommen und Stralsunds ältester Kirche, der
Nikolaikirche, einen Besuch abstatten. Schon das Eingangsportal ist
beeindruckend. Die Kirche ist in den letzten Jahren aufwändig restauriert worden
und erschlägt einen fast mit ihrer Pracht im Inneren. Im gesamten Stadtteil rund
um die Nikolaikirche findet der Besucher einen großen Teil der über 400 unter
Denkmalschutz stehenden Häuser.
Diese Seite ist zu klein um alle wichtigen
Gebäude der Stadt zu nennen, die herausragensten sollen aber doch ihren Platz
hier finden. In der Fährstraße ist das Geburtshaus von Carl Wilhelm Scheele, dem
Entdecker des Sauerstoffs. Scheele wurde in eine Zeit geboren, als Stralsund
offiziell zu Schweden gehörte, deshalb wird er heute noch in Schweden als einer
der größten "schwedischen" Wissenschaftler verehrt!
Unweit davon befindet sich das Johanniskloster
mit der Ruine der leider im zweiten Weltkrieg zerstörten Johanniskirche. In dem
ehemaligen Franziskanerkloster ist heute das Stadtarchiv untergebracht. Sie
sollten sich unbedingt die Zeit nehmen und eine Führung durch die Gewölbe
genießen. Allein das alte Klostergemäuer, das die Geschichte der Franziskaner in
unserer Stadt wieder lebendig werden lässt, ist den Besuch wert, die gezeigten
und gesammelten Schätze der Stadtgeschichte aber sind fantastisch!
Marienkirche
über den Frankenteich gesehen
Besuchen Sie auch die beiden anderen großen
Pfarrkirchen der Stadt, die etwas kleinere St.Jacobi und am Neuen Markt die
riesige St.Marienkirche. Wie kaum eine andere Kirche im Ostseeraum erzählt
gerade die Marienkirche vom ungeheuren Reichtum der Hanse. Das Hauptschiff
beeindruckt immer wieder durch seine gigantische Größe und Perfektion. Besonders
wertvoll ist die dort befindliche Orgel des berühmten Orgelbaumeisters Friedrich
Stellwagen, deren herrlichen Klang man einfach mal erleben muss! Wer bei schönem
Wetter den herrlichen Blick über die Stadt und den Strelasund bis nach Rügen
oder Barth genießen möchte, sollte gut zu Fuß sein und den Kirchturm besteigen.
Es lohnt sich garantiert.
Tor des
Katarinenklosters - Heimstätte zweier wichtiger Museen
Auf keinen Fall vergessen will ich die beiden
großen Museen der Stadt in der Mönchstraße. Dicht beieinander liegen das
Kulturhistorische Museum, das in hervorragender Weise hunderte Exponate, welche
die Stadtgeschichte und die Hansezeit widerspiegeln, zeigt, und eines der
meistbesuchtesten Museen Deutschlands, das Deutsche Museum für Meereskunde und
Fischerei. In liebevoller Weise wird hier die Geschichte der einheimischen
Fischerei und des Schiffbaus erzählt. Der Besucher erhält aber auch Kunde von
der Bedeutung der Weltmeere und deren Tierwelt für unser Leben. Hunderte
Präparate, von der Sardine bis zum Skelett eines Finnwals, sowie etliche
Aquarien mit einheimischen und tropischen Fischen und Schildkröten, werden in
den uralten Gewölben des Katarinenklosters in einer Weise dargestellt, die den
Vergleich mit den besten Museen der Welt nicht zu scheuen braucht.
Es gibt noch etliches in Stralsund, welches auf
Entdeckung wartet, die Stadtmauer, die Stadttore, der Hafen die Frankenstraße
und, und, und...... Wichtig ist vor allem eins, nehmen Sie sich Zeit und schauen
Sie sich in Ruhe auch mal unscheinbare Häuser und Ecken an. Sie werden
überrascht sein wie viele schöne kleine Details oder romantische Plätze man
entdecken kann.
Die Badstüberstraße, eine der
gemütlichsten Gassen der Stadt
Das jahrelange Bemühen der Stadtväter, die Stadt
mit ihren Denkmälern zu erhalten und zu restaurieren, wurde im Jahre 2002 damit
belohnt, dass Stralsund von der Unesco in die Liste der Städte aufgenommen
wurde, die für das Weltkulturerbe von besonderer Bedeutung sind. Damit stehen
wir stolz in einer Reihe mit Athen, Florenz und den Pyramiden.
Ich empfehle Ihnen ausdrücklich an einer
Stadtführung teilzunehmen. Nichts ist besser als eine fremde Stadt mit Hilfe
professioneller Erläuterungen zu entdecken. Termine dafür erfährt man bei der
Stadtinformation am Alten Markt und die paar Euros lohnen sich allemal. Wenn Sie
Glück haben, erwischen Sie einen Stadtführer in historischen Kleidern, das macht
es besonders reizvoll.